Stuttgart (ars). Die neue Akademiedirektorin Verena Wodtke-Werner (48) ist am Dienstagabend (27. Oktober) im Tagungszentrum der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Hohenheim vom Rottenburger Bischof Gebhard Fürst offiziell in ihr Amt eingeführt worden. Die promovierte Theologin ist nach sechs Direktoren, darunter die beiden späteren Bischöfe Georg Moser und Fürst, die erste Frau an der Spitze der Akademie.
Fürst sagte vor über 300 Gästen, die neue Direktorin bringe die theologische und ästhetische Kompetenz mit, sich im Rahmen der Akademie souverän zu bewegen. Ganz besonders freue er sich darüber, Verena Wodtke-Werner als erste Frau für diese herausfordernde Aufgabe berufen zu können, wofür sie sich durch ihren Werdegang in herausragender Weise qualifiziert habe. Als „Kulturstation“ stehe die Akademie im lebendigen Dialog mit der Gesellschaft im Dienst an der Kultur in Kirche und Welt.
Der Bischof sprach sich dafür aus, das hohe Niveau der Akademiearbeit für die Aktivitäten der Diözese vermehrt zu nutzen sowie aktuelle gesellschaftliche Fragen aufzugreifen, um so nach einem Wort von Gründungsdirektor Alfons Auer mitzuhelfen, Kirche und Gesellschaft „intellektuell, ethisch und ästhetisch bewohnbar“ zu machen. Über den Einsatz neuer Medien könnten die Vorträge und Veranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, regte Fürst an, der auf der Ebene der Bischofskonferenz für die Medien zuständig ist. Auch über Tagungsformate sei neu nachzudenken, um in einer pluralisierten Welt, die vor allem Events und Emotionen suche, Orientierungs- und Sachwissen in dialogischer Weise besser vermitteln zu können. Der neuen Direktorin wünschte Fürst dazu Esprit, Einfallsreichtum, Mut, Beharrlichkeit und Gottes Segen.
Ort des Dialogs zwischen Kirche und Welt
Staatssekretär Hubert Wicker, Kirchenbeauftragter der Landesregierung und Mitglied des Kuratoriums der Akademie, überbrachte die Glückwünsche der Regierung von Baden-Württemberg. Er betrachte es als „sehr gutes Zeichen“, dass erstmals eine Frau dieses hohe Amt übernehme. Wicker hob die enge Partnerschaft mit Verena Wodtke-Werner als langjähriger Leiterin der diözesanen Erwachsenenbildung hervor, so im wichtigen Bereich der Familienbildung und -förderung. Diese Zusammenarbeit werde sich in ihrer neuen Funktion noch verstärken. Als Ort des Dialogs zwischen Kirche und Welt sei die Akademie insbesondere für den Dialog der Religionen und die Integrationsfrage „zunehmend unverzichtbar“.
Auch der Vorsitzende des Kuratoriums der Akademie, Professor Hans Georg Wehling, unterstrich die Bedeutung der Berufung einer Frau an die Spitze der Akademie. Das Kuratorium habe sich eine Frau gewünscht, „und jetzt haben wir sie“. Der Direktor der evangelischen Akademie Bad Boll, Joachim Beck, versprach, die bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit beider Einrichtungen weiterzuführen, und wünschte der neuen Direktorin dazu die Erfahrung von Gottes Segen in Fülle.
Danken und Denken
Verena Wodtke-Werner erinnerte in ihrem Dankeswort an die gemeinsame Wortwurzel von ‚danken’ und ‚denken’. Im Dank zeige sich der Grund unserer Existenz: Dankbarkeit sei die vergnüglichste aller Tugenden und „das Gegenteil einer Schuld oder Pflichtübung“. Ihr sei es eine Freude zu danken, weil es „ganz automatisch ins Teilen und Mitteilen, in den Dialog und in die Gemeinschaft“ führe. Ihre „ökumenische Qualifikation“ belegte sie mit dem Hinweis, sie habe ab der 10. Klasse „nur und ausschließlich evangelischen Religionsunterricht besucht und in evangelischer Religionslehre ihre schriftliche Abiturarbeit verfasst“. Ihre Religionslehrerin habe sie dann aber dazu ermutigt, katholische Theologie zu studieren.
Wodtke-Werner dankte insbesondere Bischof Fürst dafür, dass er sie mit einer Aufgabe betraut habe, die er viele Jahre mit anerkanntem Erfolg auch über die Diözesangrenzen hinaus ausgeübt hat. Sie selbst tritt ihr neues Amt am 2. November an. Sie folgt Abraham Kustermann nach, der am 15. September in den Ruhestand getreten ist und die Akademie noch bis Ende Oktober kommissarisch geleitet hat.
Verena Wodtke-Werner, 1960 in Bad Homburg im Hochtaunuskreis geboren, studierte von 1980 bis 1988 Theologie und Germanistik in Mainz, Frankfurt am Main und Tübingen und promovierte anschließend im Fach Alte Kirchengeschichte in Tübingen zum Doktor der Theologie. Nach mehreren Jahren im universitären Bereich als wissenschaftliche Mitarbeiterin war sie bereits von 1993 bis 2000 an der Akademie als Referentin tätig. Seit Oktober 2000 leitete sie die Erwachsenenbildung der Diözese. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. (ars/kwh)
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
