Stuttgart (ars). Wer waren beziehungsweise sind die Juden-Christen oder „Judaizantes“? Mit dieser Frage befasste sich eine Tagung der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart über die „Grenzgänger zwischen Judentum und Christentum“ vom 23. bis 25. März im Tagungszentrum Hohenheim, in der es insgesamt um Geschichte und Bedeutung der Judaizantes ging.
Dem interdisziplinären Thema entsprechend, versammelten sich auf der Tagung Theologen, Judaisten, Historiker und Referenten für christlich-jüdische Beziehungen, um die Relevanz dieser Grenzgänger zu untersuchen. So beleuchtete der Theologe Clemens Leonhardt (Münster) die Ursprünge der Juden-Christen in Bezug auf die antike christliche Liturgie. Doron Mendels aus Jerusalem teilte das antike Judentum in zwei Gruppen auf und ordnete die Judaizantes den alttestamentlich lebenden Juden im Westen zu. Anette von Stockhausen konnte das Problem, das die junge Kirche mit derartigen Grenzgängern hatte, anhand von christlichen Dokumenten der Spätantike aufzeigen.
Die Arbeitsgruppen konzentrierten sich auf die Beschreibung der Grenzgänger in der Alten Kirche, dem Neuen Testament und rabbinischen Texten. Inwiefern die Passahfeier im Christentum der johanneischen Gemeinden auf das Judentum zurückgeht, thematisierte der Theologe Folker Siegert (Münster). Die Judaistin Susanne Talabardon (Bamberg) konzentrierte sich auf einen mittelalterlichen jüdischen Text, der die Problematik der Zwangskonversion von Juden zum Christentum spiegelte. Der letzte Vortrag von Marcel Poorthuis (Utrecht) verwies mit den „Amici Israel“ auf eine pro-jüdische katholische Bewegung des 20. Jahrhunderts.
Die gesamte Tagung unter Leitung des katholischen Theologen Rainer Kampling (Berlin), des protestantischen Theologen Wolfram Kinzig (Bonn), der Judaistin Susanne Talabardon und Akademiereferentin Maria Theresia Zeidler zeichnete sich durch lebhafte Diskussionen über die facettenreiche Materie aus. Eine genaue Beschreibung des Phänomens durch die Jahrhunderte ließ sich nicht immer eindeutig finden. Dennoch scheint die Grenze zwischen Juden und Christen durchlässiger zu sein als vermutet. Dieses Thema, Ausgangspunkt für die christlich-jüdischen Beziehungen, ist deshalb Anlass für weitere Überlegungen. (ars/kwh)
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
