Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
StartPressearchiv
Montag, 8. Dezember 2008

Christentum in universaler Weite

Ökumenische Tagung vom 17. bis 18. Januar zum 100. Geburtstag der französischen Philosophin, Mystikerin und Glaubenszeugin Simone Weil

Stuttgart (ars). Zum 100. Geburtstag der französischen Philosophin, Mystikerin und Glaubenszeugin Simone Weil findet im Tagungszentrum Hohenheim der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart vom 17. bis 18. Januar eine ökumenische Tagung statt. Ihr Titel: „Christentum in universaler Weite“.

Obwohl die geniale Grenzgängerin, geboren am 3. Februar 1909 in Paris, nur 34 Jahre alt wurde, ist ihr religiöses und spirituelles Denken, wie es im Einladungsflyer heißt, „bis heute ebenso inspirierend wie herausfordernd“. Zentrales Motiv ihres Handelns und Erlebens sei die „Wahrheit“ gewesen. Darunter habe sie auch „die Schönheit, die Tugend und jede Art des Guten“ gefasst, nicht zuletzt die Gestalt Christi. Von ihm habe sich die Agnostikerin aus bürgerlichem, jüdischem Haus seit Mitte der 30-er Jahre „regelrecht ergriffen“ gefühlt im Sinn einer „wirklichen Berührung von Person zu Person“.  „In der Identifikation Christi mit der Wahrheit gewinnt ihre Spiritualität universale Weite. Hierin ist auch ihre Kirchenkritik motiviert“, wird der jung verstorbene Theologe Stephan Goerlich aus seiner Simone Weil-Dissertation „Sehnsucht nach der Wahrheit“ zitiert.
Weil für Simone Weil die Unterscheidung von wahr und falsch grundlegender gewesen sei als die von orthodox und nicht-orthodox, habe sie von der Kirche gefordert, „ihre Katholizität so zu verwirklichen, dass sie sich für die Wahrheit jenseits der Orthodoxie öffnet“. De jure habe sie sich der Kirche immer schon zugehörig gefühlt, nicht aber de facto. Vielmehr sei nach ihren eigenen Worten ihr Platz „seit ihrer Geburt an jenem Schnittpunkt des Christentums mit allem, was es nicht ist“, gewesen: „Immer bin ich an genau dieser Stelle geblieben, auf der Schwelle der Kirche.“
Nichts sei ihr so schmerzlich gewesen „wie der Gedanke, mich von der ungeheuren und unglücklichen Masse der Ungläubigen zu trennen“. Von daher habe sie ihre universale Sicht des Christentums entwickelt, „das im heutigen interreligiösen Dialog hilfreich erscheint“. Referenten der offenen Tagung in Zusammenarbeit mit der evangelischen Akademie Bad Boll sind Otto Betz (Passau), Gotthard Fuchs (Wiesbaden), Wolfgang Müller (Luzern) und  Susanne Sandherr (München). (ars/kwh)
Hinweis: Weitere Informationen und Anmeldung bei Gertrud Hoffmann, Tel. 0711 1640-726 oder hoffmann@akademie-rs.de.

Sonderveranstaltung zu Simone Weil



Zurück


© Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Impressum

Neuerscheinung
Chronik 2009
Chronik 2009
Veranstaltungen
Veranstaltungsprogramm
Veranstaltungsprogrammfür das kommende Halbjahr
KUNSTRAUM AKADEMIE
WeinGARTEN
KünstlergärtenKünstlergärten in Weingarten

Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.

Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr

Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010

KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail:  weingarten@akademie-rs.de
 
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage

Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr

Referat Kunst