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Dienstag, 11. November 2008

Neuerscheinung zu Aleksandr Men

"Für mich sind alle Menschen Gottes Kinder" - Theologie, Ökumene und geistliche Praxis bei Aleksandr Men

"Für mich sind alle Menschen Gottes Kinder", erklärte Aleksandr Men 1989 in einem Interview. Diese Aussage des russisch-orthodoxen Priesters Men war nicht als Provokation gemeint, sondern brachte seine tiefste Überzeugung zum Ausdruck: Auch Menschen, die nicht an Gott glauben, gilt die Liebe Gottes.

Wie sehr diese Zuwendung Gottes gebraucht wurde, bezeugen die Entwicklungen in der religiösen Orientierung der Menschen nach dem Zusammenbruch des Sowjetsystems. Dabei spielt der literarische Nachlass des 1990 ermordeten Men eine bedeutende Rolle in der Vermittlung christlicher Glaubensinhalte und religiös motivierter Einstellungen im heutigen Russland. Mens Überzeugung, dass Gott alle Menschen wie seine Kinder liebt, ist in seinen Büchern überall spürbar. Diesen ökumenischen Grundsatz verwirklichte Men nicht nur in seiner pastoralen Praxis, sondern begründete ihn in seinen Schriften auch theologisch. Darin liegt die besondere ökumenische Wirkkraft des Lebens und Werkes von Aleksandr Men. Eine wissenschaftliche Tagung in Rostock hat 2007 das ökumenische Potential Mens unter verschiedenen Aspekten beleuchtet. Die Arbeitsergebnisse sind in einem Band dokumentiert.
 
Das Buch versammelt sieben Vorträge, die auf der Tagung in Rostock gehalten wurden. Einer davon behandelt die Frage, warum Aleksandre Men sterben musste (P. Klaus Mertes SJ, Berlin). Untersucht wird ferner Mens Einstellung zum Verständnis der Religionen im Licht der Kirchenväter (Alena Kharko, Münster) sowie seine Sicht der Notwendigkeit der Ökumene (Igor Pochoshajew, Rostock). Außerdem wird nach der Rolle der russisch-orthodoxen Kirche in der ökumenischen Bewegung gefragt (Dagmar Heller, Genf) und ein Briefwechsel des Priesters mit Schwester Johanna Reitlinger auf theologische und ökumenische Aspekte untersucht (Lida Havriljukova, Leeds). Ulrike Patow (Hamburg) beleuchtet Leben und Werdegang Aleksandr Mens, und Akademiedirektor Abraham Kustermann (Stuttgart) berichtet über Geschichte, Intention und Öffentlichkeitswirkung des Aleksandr-Men-Preises der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der seit 1995 an Personen vergeben wird, die sich um die interkulturelle Vermittlung zwischen Russland und Deutschland im Interesse des friedlichen und humanen Aufbaus des Europäischen Hauses verdient gemachte haben.

Der Herausgeber, Igor Pochoshajew, ist Juniorprofessor für das Fach Interkulturelle Geschichte des Christentums - Europäische Religionsgeschichte an der Theologischen Fakultät Rostock. (ars/kwh)

 
Hinweis: Verlag Otto Lembeck, Frankfurt/M 2008, 183 S., 18 €. ISBN-10: 3874765679; ISBN-13: 978387476567



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Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte Bd. 14
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Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.

Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr

Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010

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