Saarbrücken/ Stuttgart (ars). Die Philosophische Fakultät I (Geschichts- und Kulturwissenschaften) der Universität des Saarlandes hat dem Leiter des Referats Geschichte der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Dieter R. Bauer, für seine Verdienste um die Geschichtsforschung die Ehrendoktorwürde verliehen (Doctor philosophiae honoris causa). Die Verleihung im Rahmen eines Festaktes am Freitag (31. Oktober) in Saarbrücken nahm Dekan Professor Dr. Wolfgang Behringer vor.
Neben dem Dekan sprach auch die Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Professorin Dr. Ulrike Demske, ein Grußwort; die Laudatio hielt Professor Dr. Sönke Lorenz (Tübingen). Wichtigen Aspekten der Arbeit Bauers waren eigene Vorträge gewidmet: Professor Dr. Wolfgang Schild (Bielefeld) sprach über die „Maleficia der Hexenleut’“, Privatdozentin Dr. Anne Conrad (Saarbrücken) über „Frauen, Männern und andere Außenseiter: eine Katholische Akademie setzt Forschungstrends“ sowie Dr. Hans de Waardt (Amsterdam) zum Thema „Die Bauer-Akademie von außen gesehen“.
Bauer selbst ging in seiner Dankesrede auf die Bedeutung des Gesprächs als existentielle Dimension des Menschen sowie der Geschichtswissenschaft ein. Christlicher Glaubenstradition verpflichtet, die zentral in Geschichte und Erinnerung gründe, wolle er mit seinem Tun „einen Beitrag zur Entwicklung einer ‚anamnetischen Kultur’, einer Kultur des Sich-Erinnerns, leisten, die jedem Verdrängen und Vergessen den lebendigen Geist und die widerständige Kraft des Gedächtnisses entgegenhält – und dabei dem Anspruch kritischer Wissenschaft gerecht wird“. Das Nachdenken über Erinnerung nahm Professor Dr. August Nitschke (Stuttgart) in einem sehr persönlich gehaltenen Gruß- und Dankeswort auf. Akademiedirektor Dr. Abraham Kustermann (Stuttgart) gab in seinem lateinisch gehaltenen Dankeswort der großen Freude der Akademie über die Ehrenpromotion für einen ihrer Referenten Ausdruck: sie fühle sich „mitgeehrt“ und dadurch in ihrer Arbeit, ihrem Zuschnitt und ihren Intentionen bestätig.
Dieter R. Bauer wurde 1951 in Mühlacker geboren. Er studierte Geschichte, Philosophie, Mathematik und Germanistik sowie gastweise Theologie in Stuttgart und Tübingen und leitet seit Oktober 1981 als Akademiereferent das Referat Geschichte der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart und Weingarten (Oberschwaben). Aus dieser Arbeit heraus entstanden mehrere von ihm entscheidend geprägte wissenschaftliche Arbeitskreise (zu „interdisziplinärer Hexenforschung“ und zu „hagiographischen Fragen“, zu „historischer Kriminalitätsforschung“, „Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit“ und zu „interdisziplinärer Männer- und Geschlechterforschung“). Außerdem ist er Mitherausgeber der wissenschaftlichen Reihen „Hexenforschung“ sowie „Beiträge zur Hagiographie“. Bahnbrechend war vor Jahren die Auseinandersetzung mit mittelalterlicher Frauenmystik.
Zu seinen Arbeitsfeldern gehört ferner das Engagement in Fragen der südwestdeutschen Landes- und Kirchengeschichte. Einen Schwerpunkt bildete von Anfang an die Beschäftigung mit (kirchlicher) Zeitgeschichte, insbesondere mit der Zeit des Nationalsozialismus. Zur besonderen Herausforderung wurde dabei für Bauer seine Mitverantwortung für die Klärung von Fragen nach der Beschäftigung von Fremd- und Zwangsarbeitern in kirchlichen Einrichtungen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Dieter Bauer gehört zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften an und zeichnet für bislang rund 80 selbstständige Publikationen, überwiegend Tagungsbände, (mit-)verantwortlich. Durch eine immense Zahl von Veranstaltungen mit Teilnehmern aus aller Welt hat er unter dem Anspruch von Interdisziplinarität und Internationalität den wissenschaftlichen Austausch und offenen Dialog in herausragender Weise gefördert und dabei in den letzten Jahrzehnten wichtige Felder der Geschichtswissenschaft nachhaltig geprägt. Besonders anerkennend herausgestellt wurde bei seiner Ehrung seine intensive Förderung des akademischen Nachwuchses.
(ars/kwh)
Hinweis: Die gehaltenen Ansprachen werden in der Reihe der „Universitätsreden“ publiziert.
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
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