Weingarten (ars). Warum stifteten Menschen im Lauf der Geschichte Besitz und Geld, und warum stiften sie heute? Was ist ihre Motivation, und wie ordnet sich das Phänomen „Stiften und Stiftungen“ in den sozialen und kulturellen Kontext der jeweiligen Zeit ein? Was bedeuten Stiftungen heute? Diesen Fragen zur Geschichte und Aktualität des Stiftungswesens geht eine öffentliche Studientagung des Geschichtsvereins und der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart vom 17. bis 20. September im Tagungshaus Weingarten nach.
„Für Zeit und Ewigkeit“ lautet der Titel der Tagung, womit darauf hingewiesen wird, dass das Stiftungswesen der religiösen Vorstellungswelt und gelebten Frömmigkeit des europäischen Mittelalters entstammt. Eine zentrale Rolle spielte hier die „Jenseitsvorsorge“, also die Sorge um das eigene Seelenheil wie das der Angehörigen und der Vorfahren. Gegen Stiftung von Geld oder Immobilien an eine kirchliche Einrichtung verpflichtete sich diese, dafür Sorge zu tragen, dass zum Heil der Seelen der Stifter gebetet wird sowie Messen gelesen und gottgefällige Werke verrichtet werden.
Einen besonderen Stellenwert hatten dabei die Werke der Barmherzigkeit und damit die Spitäler. Hier häuften sich zum Teil große Vermögen an, was das geistige und soziale Gefüge einer Stadt entscheidend und nachhaltig verändern konnte. Als Idee wie als Rechtsinstitut entwickelte sich die Stiftung später weit über den kirchlichen Ursprungsrahmen hinaus. Im Kontext des neuzeitlichen Staats und einer pluralen Gesellschaft zeigen Stiftungen, wie es im Einladungsflyer heißt, „bis heute erstaunliche Flexibilität und Dynamik“.
Auf der Tagung werden Vorträge und Diskussionen durch die Erkundung „vor Ort“ bei einer kleinen Exkursion ergänzt. Zu den Referenten gehört auch der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, der (am 19. September) über „die missionarische Kirche und ihr konkret karitatives Profil“ spricht. Den öffentlichen Eröffnungsvortrag hält Professor Michael Borgolte (Berlin) am 17. September um 20 Uhr. Mit der abschließenden Podiumsdiskussion am 20. September, an der unter anderem der Vorsitzende des Stiftungsforums der Diözese, Domkapitular Prälat Werner Redies, teilnimmt, werden noch einmal die hohe Bedeutung und Aktualität des Themas für die moderne Bürgergesellschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts herausgestellt. (ars/kwh)
Hinweis: Weitere Informationen und Anmeldung bei Ines Meseke, Tel. 0711 1640702 oder Meseke@akademie-rs.de
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
