Stuttgart (ars). Die Große Landesausstellung „Ägyptische Mumien – Unsterblichkeit im Land der Pharaonen" in Stuttgart ist Anlass zu der Offenen Akademietagung „Christus, Osiris und Re" vom 24. bis 25. November. Gefragt wird nach den altägyptischen Wurzeln des christlichen Glaubensbekenntnisses und dem Einfluss von Vorgaben der ägyptischen Religion auf die Entfaltung des frühen Christentums.
Bereits am Donnerstag, 18. Oktober, um 19 Uhr findet im Foyer des Landesmuseums Württemberg eine Podiumsdiskussion zu Trauer, Tod und Jenseitsvorstellungen in den großen Weltreligionen statt: „Unsterblichkeit – Traum oder Wirklichkeit?" Diskussionsteilnehmer sind neben dem evangelischen Landesbischof Frank O. July, dem Rabbiner der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Michael Goldberg, und dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Axel Köhler, auch Akademiedirektor Abraham P. Kustermann.
Die Akademietagung im November befasst sich vor allem mit der Idee der Auferstehung und der Konzeption einer gott-menschlichen Doppelnatur des Königs (Pharaos) im Verhältnis zum christlichen Glauben an die Einheit von Gottheit und Menschheit in Christus und die ‚Neuschöpfung’ in der Auferstehung Christi. Der altägyptische Auferstehungsgott Osiris steht in engster Nachbarschaft zur Rolle des Schöpfergottes Ptah und des Todesgott Sokaris. Mit dem Gott Ptah von Memphis verbindet die ägyptische Theologie den Gedanken der Schöpfung durch das Wort und der besonderen Gestaltung des Menschen. Der Gott gilt als die Verkörperung der Menschenfreundlichkeit in der Götterwelt und zugleich als Garant der Überwindung des Todes durch das Leben. Ein religionsgeschichtlich bedeutsames Modell für die christliche Vorstellung von Gottes Dreifaltigkeit bildet die ägyptische Reichstriade, bestehend aus den Hochgöttern Re, Ptah und Amun. Das Modell besagt, dass sich in der göttlichen Wirklichkeit die Schöpferkraft des Anfangs aller Dinge (Re), das wirkende Wort (Ptah) und der lebenspendende Geist (Amun) zusammenfinden.
Die wichtigste Handlung des ägyptischen Totenkultes bestand im Anschluss an die Mumifizierung in den Riten der Mundöffnung. Dadurch wurde eine Art symbolischer Transsubstantiation (Wesensverwandlung) in einem „sakramentalen" Sinn oder die eigentliche Verlebendigung des Toten vollzogen. Der mumifizierten und einbandagierten Körperhülle gab man damit ihre Funktionen zurück, wodurch der Verstorbene wieder ganz und ungeteilt in die mit dem Weltall erschaffene Ordnung alles Lebendigen einbezogen wurde. Weitere Elemente ägyptischer Religion, die für die christliche Sprach- und Symbolfindung in verschiedenen Weisen bedeutsam waren, sind die Vorstellungen von der jungfräulichen Mutter des erzeugten königlichen Gottessohns (Kindgottes) sowie vom göttlichen Totengericht als Bedingung des Zugangs zum ewigen Leben.
Referenten sind der einem Fachpublikum durch zahlreiche einschlägige Veröffentlichugnen bekannte Münchner Alttestamentler Prof. Manfred Görg, der in Bonn Ägyptologie studiert hat, und die Stuttgarter Kunsthistorikerin und Autorin Sabine Lutzeier. Mit der Tagung in Kooperation mit dem Landesmuseum Württemberg ist ein Besuch der Landesausstellung verbunden. (ars/kwh)
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
