Stuttgart (ars). Zum 100. Geburtstag des Jesuitenpaters, Widerstandskämpfers und Märtyrers Alfred Delp findet vom 7. bis 8. Juli im Tagungszentrum Hohenheim der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Tagung „Mystik der Erde" statt. Die Tagung stellt Delps Denken und seine Zeitkritik dar und bringt seine Bedeutung für heute neu in den Blick, fragt aber auch noch der Rolle der katholischen Kirche in der NS-Zeit.
„Dem Ganzen die Treue halten; nicht aus der Erde fliehen und nicht den Himmel verraten: Das sind die Christen!" So formulierte Alfred Delp 1937 in einer Predigt in München, der Stadt, die ihm „in den entscheidenden Jahren seines Lebens zur zweiten Heimat wurde", wie es im Einladungsflyer zur Tagung heißt. Delp, der von seinen Zeitgenossen als ein lebensfroher Mensch mit einer sprühenden Heiterkeit, aber auch als prophetischer Mensch und geisterfüllter Priester beschrieben wird, hat zeitlebens eine menschenfreundliche und diakonische, spirituelle und ökumenische Kirche ersehnt. Sie sollte „jene Erfahrungen sammeln, die dann in einer ‚Mystik der Erde’ einführten".
In die Ideenwelt Delps zur Erneuerung von Kirche und Welt wird Pater Andreas Batlogg (München) einführen. Er ist stellvertretender Chefredakteur der „Stimmen der Zeit", jener Jesuitenzeitschrift, an der Delp ebenfalls einige Jahre mitgearbeitet hat. Unter dem Titel „Sehnsucht nach der Mitte" stellt Batlogg auch Delps Auseinandersetzung mit der Philosophie und Theologie seiner Zeit als Redakteur der „Stimmen" dar. Der Referent für Kultur, Kirche und Wissenschaft in den Bistümern Limburg und Mainz, Gotthard Fuchs (Wiesbaden), erläutert Delps Mystik vor dem Hintergrund des Atheismus der Moderne: „Die Welt ist Gottes so voll." Unter dem Titel „Größe und Elend des Bürgertums" beleuchtet er außerdem Delps Zeit- und Kirchenkritik.
Die Haltung der deutschen Bischöfe zum Nationalsozialismus untersucht Professor Helmut Kurz (Rottenburg): „Warum hat der Episkopat versagt?" Kurz, der viele Jahre Lehrer an einem Tübinger Gymnasium war, hat 2006 das Lese- und Arbeitsbuch „Katholische Kirche im Nationalsozialismus" für den Religionsunterricht veröffentlicht. Vorgestellt werden auf der Tagung auch neue Medien und Bücher zu Alfred Delp. ars/kwh
Hinweis: Information/Anmeldung bei Gertrud Hoffmann (0711 1640-726), hoffmann@akademie-rs.de
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
