Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
StartPressearchiv
Dienstag, 27. März 2007

Kultusminister für flächendeckenden Islamischen Religionsunterricht

Einhelliges Plädoyer zum Abschluss einer bundesländerübergreifenden Fachtagung in Hohenheim

Stuttgart (ars). Für einen flächendeckenden Islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen in Deutschland haben sich die Kultusminister bzw. führende Politiker aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf einer länderübergreifenden Fachtagung am 19./20. März in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgesprochen. Die Politiker zeigten sich überzeugt, dass sich aus den derzeitigen Schulversuchen und Ausbildungsgängen für islamische Religionslehrer eine Dynamik hin zu einem bekenntnisorientierten Unterricht nach dem Grundgesetz entwickeln könne.

Der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau hob hervor, dass trotz des erst sechs Monate alten Schulversuchs in Baden-Württemberg eine hohe Akzeptanz vor Ort bestünde und die Nachfragen für das nächste Schuljahr die Kapazitäten schon jetzt überstiegen. Zwei Pädagogische Hochschulen im Land würden daher ab dem kommenden Wintersemester eine strukturierte Lehrerausbildung anbieten. Der bayerische Kultusminister Siegfried Schneider unterstrich den Übergangscharakter des religionskundlichen Unterrichts in Bayern. Das Ziel sei nicht „teaching about, sondern teaching in religion“, so der Minister. Um dies zu erreichen, appellierte er an die Muslime, eine einheitliche Organisationsstruktur zu bilden.

Der nordrhein-westfälische Integrationsbeauftragte Thomas Kufen betonte den integrativen Aspekt des Islamischen Religionsunterrichts. Er gebe den Muslimen das Gefühl, „dass sie in dieser Gesellschaft als gleichberechtigt und als Teil der Gesellschaft angesehen werden dürfen“. Niedersachsens Schulminister Bernd Busemann dankte den Kirchen für ihre Unterstützung des Islamischen Religionsunterrichts. Dies habe „uns sehr geholfen, breite gesellschaftliche Akzeptanz für diesen Schritt zu finden“. Dass die Einführung von Islamischem Religionsunterricht von Muslimen als Vertrauensvorschuss des Staates erlebt werde, bestätigte Harry Harun Behr, Professor für Islamische Religionslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg. Behr unterstrich zudem den deutlich festzustellenden Bildungsschub bei den Kindern, die an dem Erlanger Schulversuch teilnehmen. Der Islamische Religionsunterricht habe somit nicht nur eine religionspolitische, sondern auch eine bildungspolitische Funktion.

An der von der Akademie der Diözese und dem Interdisziplinären Zentrum für Islamische Religionslehre der Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam veranstalteten, von der Robert Bosch- Stiftung geförderten Fachtagung nahmen über hundert Fachleute aus Universitäten, Schulen, Lehrerbildung und Ministerien teil. (ars/kwh)



Zurück


© Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Impressum

Neuerscheinung
Schriften zum Migrationsrecht Bd. 3
Hohenheimer Tage zum Ausländerrecht 2009Hohenheimer Tage zum Ausländerrecht 2009
Veranstaltungen
Veranstaltungsprogramm
Veranstaltungsprogrammfür das kommende Halbjahr
KUNSTRAUM AKADEMIE
WeinGARTEN
KünstlergärtenKünstlergärten in Weingarten

Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.

Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr

Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010

KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail:  weingarten@akademie-rs.de
 
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage

Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr

Referat Kunst