Stuttgart (ars). Unter dem Titel „Das Leben hat die Form des Kreuzes" steht eine offene Tagung der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Kreuzsymbolik in Religionsgeschichte, Bibel und Kunst, die vom 24. bis 25. März im Tagungszentrum Hohenheim stattfindet. Thematisiert wird nicht nur das christliche Zeichen der Erlösung, sondern sein Zusammenhang mit dem Ursymbol des Kreuzes als Form des Lebens oder als „Zusammenfall der polaren Gegensätze im Zentrum".
Die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Führungskräfte der Diözese richtet das Augenmerk auf die beziehungsreiche Symbolik des Kreuzes. Die Frühe Kirche, heißt es im Einladungsflyer, habe den Menschen noch als „natürliche" Existenz in seiner leibseelischen Einheit in Verbindung mit der Schöpfung gesehen. Das Kreuz mit gleichlangen Armen sei für sie das Zeichen dafür gewesen, dass im Tode Jesu „der göttliche Heilsplan erfüllt und das Universum in Christus harmonisch verbunden ist". Es sei Zeichen für Christus als „Mitte der Welt, von dem aus alle Himmelsrichtungen ausgehen und zu dem sie zusammenströmen". Das Kreuz sei damit verstanden worden als Signatur auch schon der geschaffenen Welt.
Verwiesen wird dazu auf Justin den Märtyrer (2. Jahrhundert), der das Kreuz mit dem kosmischen Sphärenkreuz (Chi oder X) in Platons Naturphilosophie „Timaios" identifizierte, das den Schnittpunkt von Himmelsäquator (Horizontlinie) und Ekliptik (Jahreslauf der Sonne) beschreibt. Justin zufolge habe Gott die Welt so geschaffen, „damit wir in ihr leichter das Zeichen unserer Erlösung erkennen". Für den griechischen Kirchenvater Maximus Confessor (7. Jahrhundert) ist die Welt „von Natur bestimmt, Gott geopfert zu werden, darum hat Christi Erlösung die Form des Opfertodes; dass aber die Natur jene Bestimmung erhielt, war schon ein Hinblick auf Christi Erlösungsgeheimnis." Der liturgische Begriff des Opfers wird in diesem Zusammenhang erklärt als „erhoben in die ewige Lebensfülle Gottes". So sei das Kreuz „die wahre Form, wie man Leben findet", heißt es mit einem Wort Joseph Ratzingers, des jetzigen Papstes Benedikt XVI.
Absicht der Tagung ist es, die frühkirchliche kosmische Kreuzestheologie wieder in den Blick zu bringen, die zugleich einen Brückenschlag zum kreuzförmigen Weltbild („Lebensbaum") der alten Religionen wie auch zu Kreuzesdarstellungen in der modernen Kunst erlaube. Gerade von der Symbolik der Weltmitte und Weltachse her „erscheint das Kreuz als die Form und das Zeichen des Lebens, weil in dieser Mitte des Kreuzes die polaren Gegensätze des Lebens zusammenfallen". Referenten sind der Alttestamentler Urs Winter (Luzern), der Doktorand Christian Prager (Bonn), der über die Kreuzsymbolik in der Religion der Maya und Azteken sprechen wird, der Benediktiner Gerhard Voss (Abtei Niederaltaich) sowie die Kunsthistorikerin Ruth Langenberg (Freising). Die Eucharistiefeier am Samstagabend hält Pfarrer Franz Brendle, Leiter des Fachbereiches Führungskräfte der Diözese. (ars/ kwh)
Hinweis: Weitere Informationen und Anmeldung unter www.akademie-rs.de oder bei Gertrud Hoffmann, 0711/ 1640-726, Email: hoffmann@akademie-rs.de
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
KUNST-RAUM-AKADEMIE
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Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
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Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
