Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
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Mittwoch, 1. August 2007

Intensives Kennenlernen im europäischen Kontext

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart veranstaltet erstmals christlich-islamische Studienwoche

Stuttgart (ars). Die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart veranstaltet dieses Jahr zum ersten Mal in Verbindung mit dem Netzwerk „Theologisches Forum Christentum – Islam" eine Studienwoche „Christlich-Islamische Beziehungen im europäischen Kontext". Ziel der Studienwoche ist es, Studierende zu motivieren, sich intensiv mit christlich-islamischen Beziehungen zu beschäftigen und einen entsprechenden Studienschwerpunkt zu setzen.

An der vom Bundesministerium des Innern geförderten Veranstaltung, die jährlich in den Sommersemesterferien stattfinden soll, nehmen dieses Jahr auf Vorschlag von Professoren und Multiplikatoren des christlich-islamischen Dialogs 24 Studierende und Doktoranden aus den Fächern Theologie, Islamwissenschaft und angrenzenden Fächern teil, je zur Hälfte muslimische und christliche Studierende. Die Teilnehmer studieren in Deutschland, Österreich und Bosnien. Diese Zusammensetzung eröffnete besondere Lernmöglichkeiten, die im normalen Studium nicht gegeben sind. Die Teilnehmer beschäftigten sich mit religiösen Entwicklungen in Europa, dem Verhältnis von Christentum bzw. Islam und Säkularisierung, der islamischen Sicht auf das Christentum und umgekehrt der christlichen Sicht des Islam sowie der Rolle der Religionen im säkularen Staat.

Christlich-Islamische Studien sind im Bereich der katholischen und evangelischen Theologie noch schwach vertreten. Um hier eine Änderung zu erreichen, widmet sich das seit 2003 bestehende Theologische Forum der Aufgabe, diejenigen stärker zu vernetzen, die bereits einen entsprechenden Forschungsschwerpunkt haben. Mit der Studienwoche soll darüber hinaus verstärkt bei der Zielgruppe der Studierenden angesetzt werden, um diese frühzeitig für einen entsprechenden Studienschwerpunkt zu gewinnen. Die angelaufenen Studiengänge für islamische Theologie und Religionspädagogik in Deutschland setzen zunächst einen klaren Schwerpunkt auf das Studium der eigenen Religion, auch weil etwa das Profil islamischer Religionslehrer noch im Aufbau begriffen ist und es somit einer intensiven internen Debatte bedarf. Ebenso wichtig sei es aber, dass muslimische Studierende sich auch mit der christlichen Religion beschäftigen und mit christlichen Theologen in Kontakt kommen, wozu interreligiöse Netzwerke einen wichtigen Beitrag leisten können, hieß es.

Nach der Studienwoche verfassen die Teilnehmer im Regelfall einen etwa zehnseitigen Essay, in dem sie eine christlich-islamische Fragestellung aus dem Spektrum der in der Studienwoche behandelten Themen vertiefen. Die George-Anawati-Stiftung (

www.anawati-stiftung.de/), die die friedliche Begegnung der christlich und muslimisch geprägten Kulturkreis in Deutschland fördert, hat einen Essay-Wettbewerb ausgeschrieben, um die beiden besten aus der Studienwoche hervorgehenden Arbeiten mit einem Preis in Höhe von 500 bzw. 400 € zu auszuzeichnen. Die Preisverleihung wird im Rahmen der nächsten Jahrestagung des Theologischen Forums Christentum – Islam (Ende Februar/ Anfang März 2008) in Stuttgart-Hohenheim stattfinden. (ars/kwh)



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