Diözesancaritasdirektor
Msgr. Wolfgang Tripp
Statement in der Pressekonferenz zur Übergabe der durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart ermittelten Personendaten von während des Zweiten Weltkrieges in kirchlichen Einrichtungen der Diözese beschäftigten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern an den Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes Prälat Hellmut Puschmann
10. November 2000, Geschäftsstelle des kirchlichen Suchdienstes Stuttgart
--------------------------------------------------------------------------------
Die am 25. August 2000 konstituierte Kommission setzt sich neben Vertretern der Kirchenleitung, des Diözesancaritasverbandes, des diözesanen Archivwesens, aus renommierten Historikerinnen und Historikern und Vertretern der Staatlichen Archive in Baden-Württemberg zusammen. Die Geschäftsführung dieser Kommission liegt bei zwei in der Sache kompetenten Referenten der Diözesanakademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die sich schon viele Jahre mit den in diesem Zusammenhang zu bearbeitenden Fragen beschäftigen.
Zentrale Anliegen und Aufgaben der Kommission waren und sind
- Begleitung und Bewertung der Ermittlungsarbeit der konkreten Beschäftigungsverhältnisse in einem grundsätzlichen Bemühen um Unabhängigkeit in Forschung, Ermittlung und Erinnerungsarbeit
- Herstellen von Verbindungslinien bei zusammenhängenden Fragestellungen die über die einzelnen Beschäftigungsverhältnisse hinausgehen (z.B. durch die Erschließung von Aktenbeständen aus der französischen Besatzungszone im Archiv in Colmar und nutzbar machen der Kontakte zu Stiftungen, Zwangsarbeiter, Verbänden und sonstigen Institutionen).
- Beitrag der Kirche im Innen- und Außenverhältnis in der "Erinnerungsarbeit" durch wissenschaftliche Fachkompetenz. Damit wird ein Beitrag zur Erforschung und Aufarbeitung bisher noch nicht bearbeiteter Themen geleistet.
- Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung wo dies sinnvoll und notwendig ist, als originärer kirchlicher Beitrag für die Arbeit der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" von Seiten der Politik und der Wirtschaft.
- Begleitung des Aufbaus von persönlichen, menschlichen Kontakten zwischen noch lebenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern und den Einrichtungen in denen sie gearbeitet haben, wo immer dies möglich ist.
- Unterstützung von Organisationen und Institutionen, die im Rahmen des Notwendigen Daten und Vorgänge zum Gesamtanliegen der Kirche beitragen durch wissenschaftliche Fachkräfte.
- Begleitung der entsprechenden Dokumentationsarbeit.
Msgr. Wolfgang Tripp
Diözesancaritasdirektor
Stv. Vorsitzender der diözesanen Kommission zu Klärung der Fragen nach der Beschäftigung von Fremd- bzw. Zwangsarbeitern in kirchlichen Einrichtungen.