Diese jeweils Ende Januar stattfindende Veranstaltung ist seit 20 Jahren ein Forum, das sich an Wissenschaftler/innen und Praktiker/innen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens wendet, die mit Fragen der Migration und der Migranten in unserem Lande unter rechtlicher Perspektive zu tun haben. Das Interesse der Hohenheimer Tage richtet sich auf eine humanitäre und zukunftsfähige Ausgestaltung dieses Politikbereiches. Dabei fließt in die Veranstaltungen der Erfahrungshorizont der Teilnehmerschaft mit ein.
Die Hohenheimer Tage werden seit Beginn mitgetragen von den beiden kirchlichen Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie sowie vom DGB-Landesbezirk.
Ausgerichtet sind die Tagungen grundsätzlich an der kirchlich vorgegebenen Anwaltsfunktion und der sich daraus ergebenden Option für die Fremden, ohne jedoch die Interessen für das Gemeinwohl der gesamten Gesellschaft zu vernachlässigen.
An den Veranstaltungen nehmen Fachleute aus Politik, Verwaltung, Rechtsprechung, Wissenschaft, Medien, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und Gewerkschaften aus dem In- und Ausland teil. Inzwischen zählen die Hohenheimer Tage (auch durch die seit Beginn im Nomos-Verlag Baden-Baden publizierten Tagungsdokumentationen) zu den bedeutenden ausländerrechtlichen Veranstaltungen in Deutschland.
1985
Ausgangspunkt Ausländerrecht: Einschränkungen im Familiennachzug
Die erste Tagung befasste sich mit den Einschränkungen im Familiennachzug für Drittstaatsangehörige. Die rechtswissenschaftliche Diskussion fand im Kontext einer Verfassungsbeschwerde statt, die u.a. von kirchlicher Seite unterstützt wurde. Im Ergebnis verkürzte sich die in einigen Bundesländern eingeführte Wartezeitregelung für Ehegatten von 3 Jahren auf 1 Jahr.
seit 1986
Erweiterung des Schwerpunktes um "Staatsangehörigkeitsrecht"
Bereits bei den Hohenheimer Tagen zum Ausländerrecht 1986 kam erstmals das Thema "Doppelstaatsangehörigkeit" in einer sehr kontroversen Auseinandersetzung zur Sprache.
Die damals begonnene Diskussion setzte sich kontinuierlich in verschiedenen Veranstaltungen mit unterschiedlichen Gesprächspartnerinnen und -partnern fort, vor allem mit Politikern und Rechtswissenschaftlern.
Die Hohenheimer Tagen zum Ausländerrecht 1995 gaben Impulse für eine Initiative innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten zur Novellierung des Staatsangehörigkeitsrechts.
seit 1989
Erweiterung des Schwerpunktes um "Asylrecht"
Erste Tagung: Hohenheimer Tage zum Ausländerrecht 1989: Asylrecht im Binnenmarkt. Die europäische Dimension des Rechts auf Asyl (u.a. mit dem damaligen Kanzleramtsminister und späteren Innenminister Wolfgang Schäuble).
Die folgenden Tagungen befassten sich in den Jahren 1992 und 1993 mit der Änderung von Art. 16 Grundgesetz.
Programme der Hohenheimer Tage zum Ausländerrecht
Tagungsdokumentationen in Buchform
Tagungsdokumentationen als Materialien
Veröffentlichungen von Klaus Barwig