Die Akademie ist ein Ort des Dialogs, der geistigen Auseinandersetzung. Der oft hitzige Austausch von Pro und Contra verlangt nach einem Gegenpol. Die von Joachim Sauter und Doris Raymann-Nowak ausgestaltete Kapelle im Tagungszentrum ist ein solcher Ort der inneren Sammlung.
Wer den langen geschwungenen Gang vom Foyer zur Kapelle, "vom Forum zum Sakrum", durchschritten hat, betritt sie durch ein Portal, das die Paradies-Geschichte interpretiert und eine Zäsur setzt zwischen dem Profanen und dem Heiligen, den Lauten der Gespräche und der Stille.
Die Ästhetik dieses Raumes soll eine Schönheit ausdrücken, die wach macht, wie Friedrich Nietzsche formulierte: "... wir benehmen uns einem Menschen ähnlich, der ganz Ohr und Auge wird: die Schönheit hat uns etwas zu sagen, deshalb werden wir stille und denken an nichts, an was wir sonst denken." In der Schönheit, so Augustinus, wird "die Wirklichkeit der Ewigkeit in der Zeit" erkannt.
Um zur christlich-liturgischen Mitte zu gelangen - zum Altar aus weißem Marmor und der in gleicher Farbe gehaltenen Nische mit dem Tabernakel - muss jede(r) "umkehren". Zuvor aber geht man auf ein Lichtfenster zu, das den Blick auf eine nach oben offene Treppe öffnet - Sinnbild für die Bemühungen des Menschen, die Welt und sich selbst zu erkennen. Seitlich passiert der Gast dabei ein Becken mit Wasser; zusammen mit dem Licht Symbol des natürlich-leiblichen und des geistigewigen Lebens. Gegenüber liegen aufgeschlagen drei Bücher: die heiligen Schriften der großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Sie erinnern daran, dass der christliche Glaube an den Einen Gott in Jesus Christus immer in der schmerzlichen Spannung zwischen Anerkennung der anderen und Bekenntnis der eigenen Überzeugung steht.
Die Kapelle im Tagungszentrum Hohenheim will zwischen Menschen unterschiedlicher Prägung Brücken bauen und zugleich ein Ort sein, der offen und mutig zu einer Begegnung mit den spirituellen Grundlagen der Akademie-Arbeit einlädt: zur Feier der Gegenwart Jesu Christi in Wort, Brot und Wein.
© Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Impressum
Die Linzer Künstlerin Gerlinde Miesenböck beschäftigt sich in der Fotoserie „Das Erbe“ mit ihrer eigenen Kindheit, ihrer Herkunft und Identität. Im Gegensatz dazu nimmt der aus Süddeutschland stammende Künstler Claudio Hils sein gesellschaftliches Umfeld in den Blick.
Vernissage
23. Januar 2012, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer
23. Jan. bis 29. Juli 2012
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungszentrum Hohenheim
Paracelsusstraße 91
70599 Stuttgart
Telefon: 0711 451034-600
E-Mail: hohenheim@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
werktags von 9-16 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Die beiden Künstler dieser Gruppe interessieren sich für die Schnittstelle zwischen Privatem und Öffentlichem. Sie gestalten passend zum Jahresthema situative Werkkomplexe, die nicht abgeschlossen sind und vom Betrachter vervollständigt werden können.
Vernissage
5. Februar 2012, 17.00 Uhr
Ausstellungsdauer
5. Feb. bis 22. Juli 2012
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage