Strategien und Modelle zur Verbesserung der Beschäftigungssituation älterer Erwerbspersonen
Dr. Manfred Lallinger, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Vorwort
Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Konjunktur. Vor allem in den Medien - zunehmend aber auch in Politik und Wirtschaft. Der (mediale) Boom ist ein deutliches Signal: ein Hinweis auf jene Tatsache nämlich, die üblicherweise - und alles in allem eher verharmlosend - "Demogaphischer Wandel" genannt wird. Um es auf den Punkt zu bringen: Unsere Gesellschaft, die sich gern als schnelllebige, dynamische und juvenile begreift, vergreist und schrumpft, und obendrein auch noch vergleichsweise schnell. Was auf die bundesrepublikanische Gesellschaft zukommt, ist eine kapitale Verschiebung zwischen Jung und Alt mit erheblichen Problemen auf dem Gebiet der sozialen Sicherung und einschneidenen Folgen für die Arbeitswelt. Wenn die Prognosen der Bevölkerungs- und Arbeitsmarktforschung zutreffen, wird die künftige ökonomische Entwicklung mit insgesamt älter werdenden Belegschaften zu bewältigen sein. Somit besteht Handlungsbedarf. Es gilt, kulturell gewachsene Erwartungen auf einen möglichst frühen Ruhestand auf Seiten der Beschäftigten und die jugendzentrierte Personalpolitik der Unternehmen zu überdenken.
Noch aber haben es arbeitswillige Menschen, die älter als 45 Jahre sind, schwer auf dem Arbeitsmarkt und auch in den Betrieben, nicht zum wenigsten deshalb, weil das Bild vom Älteren in unserer Gesellschaft noch weitgehend bestimmt ist durch ein Bild des Abbaus und des Zurückbleibens, ungeachtet der wissenschaftlichen Kenntnisse um das Alter, die klar und unmissverständlich gegen eine defizitorientierte Sicht des Älterwerdens sprechen.
Anliegen der in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium Baden-Württemberg und dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg durchgeführten Veranstaltung war es, mit Repräsentanten aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, politischen Gremien, Kirchen und der interessierten Öffentlichkeit über die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Arbeitswelt zu sprechen und beschäftigungswirksame und gerechtigkeitsorientierte Instrumente und Modelle für ältere Erwerbspersonen zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).
Die in diesem Materialienband abgedruckten Texte geben im wesentlichen die auf der Tagung gehaltenen Vorträge und Impulsreferate wieder. Den Referentinnen und Referenten sei an dieser Stelle nochmals gedankt für ihre Beiträge.
Mein besonderer Dank gilt dem Mitorganisator und -moderator der Tagung, Dr. Ulrich Lochmann von der Evangelischen Akademie Baden. Marion Gehrmann danke ich für die tatkräftige Unterstützung bei den Schreib- und Korrekturarbeiten. Dank schulde ich ferner der Landesvereinigung der Baden-Württembergischen Arbeitgeberverbände für ihre freundliche Unterstützung.
Dr. Manfred W. Lallinger, Akademiereferent
Stuttgart, im September 2002
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