Damit sich Religionen im säkularen Staat entfalten und in gesellschaftliche Diskussionsprozesse einbringen können, müssen sie hohe Kompetenzen entwickeln. Dafür ist es wichtig, dass ihre Vertreter mit den staatskirchenrechtlichen Gegebenheiten vertraut sind und sich intensiv mit all den Fragen des religiösen Selbstverständnisses befassen, die sich in einer pluralistischen Gesellschaft stellen. Während die christlichen Kirchen in Deutschland auf eine lange Geschichte der Auseinandersetzung und des Ringens mit diesen Fragen zurückschauen können, kann Entsprechendes auf Seiten der Einwandererreligion Islam kaum vorausgesetzt werden. Deshalb ist es ein vordringliches Anliegen, dass sich Christen und Muslime über Fragen ihres Selbstverständnisses in der pluralistischen Gesellschaft austauschen und die muslimischen Verantwortlichen an Fragen des Verhältnisses von Staat und Religionen herangeführt werden.

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