Aleksandr Men, geboren 1935, war ein russisch-orthodoxer Erzpriester in Rußland. Der Humanist und Brückenbauer zwischen den Kulturen und Weltreligionen hat insgesamt zehn Bücher veröffentlicht. Doch sie alle mußten im Ausland gedruckt werden und waren vor der Wende in Rußland verboten. Unter ständiger Beobachtung des KGB , mit Hausdurchsuchungen und Vorladungen schikaniert, lebte er dreißig Jahre lang als Vikar auf dem flachen Land. Erst 1989, unter Gorbatschow, durfte er Priester werden - ein Preis für seine Unangepaßtheit in einer systemangepaßten Kirche.
1990 wurde Aleksandr Men ermordet - auf dem Weg zum Sonntagsgottesdienst in seiner Pfarrkirche. Der Mord ist bis heute ungeklärt, doch ist es ein offenes Geheimnis, daß er Nationalisten und Antisemiten im Staat verhaßt war. Sie beschuldigten ihn der "inneren Zersetzung" der russisch-orthodoxen Kirche, nur weil er die gemeinsamen Wurzeln von Christentum und Judentum betonte, die gemeinsamen Werte der unterschiedlichen Religionen hervorhob. Durch seine zunehmende Popularität nach der Wende in Rußland wurde er diesen rechtsextremen Kräften nur noch lästiger. Jedoch bei vielen Menschen, insbesondere bei Künstlern, Literaten, Intellektuellen in Moskau, ist Aleksandr Men auch nach seinem Tod nicht in Vergessenheit geraten.
Insgesamt 10 Bücher hat er veröffentlicht - Glaubensbücher für Menschen, die jahrzehntelang ohne religiöse Unterweisung gelebt hatten und sich erst Ende der achtziger Jahre wieder ohne Angst vor Repression in die Kirchen wagen konnten. Mens bekanntestes Werk, DER MENSCHENSOHN - EINE EINFÜHRUNG INS CHRISTENTUM, avancierte zum Bestseller, freilich erst im freien Rußland nach der Wende von 1991.
In der alten Sowjetunion, die den Staatsatheismus im Wappen führte, fanden seine Bücher keine Verleger. Seine Manuskripte wanderten über diplomatische Kanäle ins Ausland und kehrten als verbotene Literatur wieder zurück, wurden kopiert, abgeschrieben und gingen von Hand zu Hand. Für die Zeitgenossen der siebziger und frühen achtziger Jahre, die dem Sowjetsystem kritisch gegenüberstanden und sich auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens befanden, wurde er zum Hoffnungsträger, zum spirituellen Pendant zu Andrej Sacharow, dem Bürgerrechtler. (vgl. Monika Kemen) Seit seiner Ermordung im Jahr 1990 wurde er immer mehr zu einer Symbolfigur einer sich erneuernden russisch-orthodoxen Kirche und der Begegnung der verschiedenen Kulturen, denn - so ein Kernsatz seiner Rede an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Mai 1990 - "die Kulturschaffenden haben eine große Verantwortung bei der Vermittlung ihres eigenen Beitrages zur künftigen Ökumene".
© Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Impressum
Die Linzer Künstlerin Gerlinde Miesenböck beschäftigt sich in der Fotoserie „Das Erbe“ mit ihrer eigenen Kindheit, ihrer Herkunft und Identität. Im Gegensatz dazu nimmt der aus Süddeutschland stammende Künstler Claudio Hils sein gesellschaftliches Umfeld in den Blick.
Vernissage
23. Januar 2012, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer
23. Jan. bis 29. Juli 2012
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungszentrum Hohenheim
Paracelsusstraße 91
70599 Stuttgart
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Öffnungszeiten
werktags von 9-16 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Die beiden Künstler dieser Gruppe interessieren sich für die Schnittstelle zwischen Privatem und Öffentlichem. Sie gestalten passend zum Jahresthema situative Werkkomplexe, die nicht abgeschlossen sind und vom Betrachter vervollständigt werden können.
Vernissage
5. Februar 2012, 17.00 Uhr
Ausstellungsdauer
5. Feb. bis 22. Juli 2012
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
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Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
