
So lautete der Titel einer Akademie-Tagung am 4. und 5. April in Rottenburg, bei der über 110 Teilnehmer, insbesondere Kirchengemeinderäte, Pfarrer und Kirchenpfleger, Möglichkeiten eines effektiven Beitrags der Kirche zum Klimaschutz diskutierten. Der Generalvikar der Diözese, Clemens Stroppel, machte dabei deutlich, dass Nachhaltigkeit ein Zusammenwirken wirtschaftlicher, sozialer, ökologischer und ethischer Aspekte bedeutet.
In diesem Sinn interpretierte Stroppel auch die im vergangenen Jahr gestartete Klima-Initiative der Diözese, in deren Rahmen die Tagung stattfand. Die Initiative enthalte wirtschaftliche Anreize zur Einrichtung von solartechnischen Anlagen, stelle diese aber zugleich in Zusammenhang mit einem umfassenden ökologischen Entwicklungskonzept für die etwa 5.000 kirchlichen Gebäude in der Diözese.
Breiten Raum nehmen in der Klima-Initiative der Diözese Rottenburg-Stuttgart auch Maßnahmen der Bewusstseinsbildung ein, so etwa ein Projekt des Umweltmanagements für Mitarbeitende und Multiplikatoren in den Kirchengemeinden oder die Zertifizierung der kirchlichen Tagungshäuser nach einem Bewertungssystem der EU. Nachhaltigkeit bedeute, so Stroppel, auch soziale Verantwortung; Investitionen in die Ökologie seien soziale Investitionen.
Rund 70 der etwa tausend Kirchengemeinden der Diözese haben inzwischen Photovoltaik-Anlagen auf ihren Dächern installiert, ebenso viele sind mit entsprechenden Planungen befasst. Praktiker aus der Diözese stellten Modelle der Realisierung vor, so etwa Kooperationen von Kirchengemeinde und Kommune oder Gesellschaften Bürgerlichen Rechts als Träger von Photovoltaik-Anlagen.
Allerdings machte der Vertreter des baden-württembergischen Umweltministeriums, Albrecht Rittmann, auch deutlich, dass man sich nicht „einseitig auf Photovoltaik versteifen“ dürfe, da diese derzeit noch ein sehr ungünstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweise. Er empfahl eine integrierte Betrachtungsweise, die die verschiedenen Möglichkeiten ökologisch orientierter Energieerzeugung abwägt, forderte aber auch einen „Quantensprung“ bei der Entwicklung innovativer Technologien und entsprechende Investitionen in die Forschung. Aufgabe der Kirchen ist Rittmann zufolge, zu einem nachhaltigen Lebensstil zu motivieren und bereits bei den Kindern eine entsprechende Bewusstseinsbildung zu fördern.
Bischof Gebhard Fürst betonte, Umweltethik bedeute auch, sich auf die „innere Vernünftigkeit“ der Natur einzulassen und mit wissenschaftlichem Sachverstand zu handeln. Der Schöpfungsgedanke hebe die Verantwortung gegenüber den Mitgeschöpfen und dem Schöpfergott hervor und bringe so den Aspekt der „Dankbarkeit für das wunderbare Geschenk einer guten Schöpfung“ zum Ausdruck. Der biblische Schöpfungsglaube sei kein inhaltlicher Zusatz zu wissenschaftlichen Erkenntnissen in die ökologischen zusammenhänge. Wohl aber bedeute er nach Ansicht des Bischofs eine besondere Motivation und eine „erhebliche Radikalisierung“ der Verantwortung: „Wir sind nicht Shareholder, sondern Treuhänder der Schöpfung, die uns zur Gestaltung und Pflege anvertraut ist.“ – Zu der Tagung hatte die Akademie gemeinsam mit der Fachstelle „Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung“ und dem Diözesanausschuss „Nachhaltige Entwicklung“ eingeladen.
Zu dieser Veranstaltung wird auch ein Tagungsband in der Reihe "Hohenheimer Protokolle" erscheinen. Dieser kann bei der Akademie bestellt werden: schultheiss@akademie-rs.de
Tagungsband "Nachhaltigkeit – Strategien in den Kirchen" (Hohenheimer Protokolle 63), eine Tagung, die die Akademie im Mai 2006 veranstaltete:
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Dieser Band kann ebenfalls bestellt werden.