Eingeladen zu der Tagung, in deren Zentrum das seit September 2004 durchgeführte, von den Spitzenverbänden der Pflegekassen aus Mitteln des Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung finanzierte und auf eine Stärkung der häuslichen Pflege zielende Modellprojekt „Persönliches Budget“ stand, hatten die Akademie und der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Träger des an insgesamt sieben Regionen der Bundesrepublik (Kreis Annaberg, Marburg-Biedenkopf, Neuwied und Unna sowie die Städte Erfurt, Kassel und München) erprobten Projekts „Persönliches Budget“ ist die Evangelische Fachhochschule Freiburg, Arbeitsschwerpunkt Gerontologie und Pflege unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Klie. Prof. Klie zufolge erhalten derzeit annähernd 1.000 pflegebedürftige Menschen ein persönliches Budget, mit dem sie – unterstützt durch Case Manager – Leistungen der Pflege und Betreuung einkaufen können. Daneben gibt es zu Vergleichszwecken eine Kontrollgruppe mit herkömmlichem Leistungsbezug. Klie nannte vier Ziele des Experiments „Pflegebudget“: Ermöglichung neuer Pflegearrangements aus informeller Hilfe, professionellen Dienstleistungen und Begleitungsfunktionen, beruflich erbrachten ergänzenden Dienstleistungen und Hilfen von Freiwilligen („Stichwort: Pflegemix“); Förderung abgestimmter Begleitung und Versorgung von Pflegebedürftigen mit Hilfe des Case Management; Verbesserung der Lebensqualität der Pflegebedürftigen; Verhinderung vorzeitiger (vermeidbarer) Heimversorgung. Nach Einschätzung Klies kann die Stärkung der häuslichen Pflege einen Beitrag dazu leisten, dass die Bundesrepublik in den kommenden Jahrzehnten nicht in dem zu erwartenden Ausmaß weitere Kapazitäten im Pflegeheimbereich benötigen werde. Überhaupt gelte es, so Klie, der Gefahr eines breiten Heimsogs ab etwa 2010 zu begegnen.
Wie Klie verdeutlichte, lassen erste Erfahrungen aus den Modellregionen erkennen, dass das auch unter dem Gesichtspunkt der Entbürokratisierung durchgeführte Pflegebudget die persönliche Situation von Pflegebedürftigen in der Tat zu verbessern in der Lage ist: So konnte einer im Heim lebenden Frau durch das Pflegebudget der Wiedereinzug in die eigenen vier Wände ermöglicht werden, und einer pflegenden Angehörigen gelang es mit dem Pflegebudget, die schwierige nächtliche Versorgung ihrer demenzkranken Mutter besser zu organisieren.
In der Diskussion mit den anwesenden Fachkräften aus sozialen und pflegerischen Berufen wurden vor allem Fragen nach Kriterien und Qualität der Ausbildung von Case Managern, nach dem Nutzen des Pflegebudgets für Pflegedienste und nach möglichen Auswirkungen des Pflegebudgets auf die Qualität der Pflege und deren Professionalisierung erörtert. Fazit aus der Diskussion: Was in einem Modellprojekt von wenigen Pflegebedürftigen erprobt wird, könnte früher oder später eine Alternative für viele werden. Zurzeit ist man in der Praxis von einem wirklichen Paradigmenwechsel aber noch meilenweit entfernt.
Tagungsprogramm und einzelne Texte
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
